Gymnasium
Tel.: (0211) 8922610
Ansprechpartner / Contact person:
Herr Daniel Toledo
toledo(at)lgbk.de
Jugend debattiert ist einer der größten Schülerwettbewerbe Deutschlands. Er wurde 2001 von der Hertie-Stiftung ins Leben gerufen und wird heute gemeinsam mit weiteren Partnern bundesweit an Schulen durchgeführt. Ziel des Projekts ist es, Schülerinnen und Schüler im sachlichen, überzeugenden und fairen Streiten zu schulen.
In festgelegten Debattenrunden diskutieren jeweils vier Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine strittige, meist aktuelle Frage – zwei Debattierende vertreten die Pro-Seite, zwei die Contra-Seite. Dabei gelten klare Regeln und feste Zeitvorgaben: Nach einer kurzen Eröffnungsrunde folgt eine freie Aussprache, bevor jede und jeder Teilnehmende die Debatte mit einem Schlussplädoyer beendet. So entsteht ein strukturierter, aber lebendiger Meinungsaustausch, bei dem nicht die persönliche Überzeugung, sondern die Qualität der Argumentation im Mittelpunkt steht.
Eine Fachjury bewertet die Debattenbeiträge anhand von vier zentralen Kriterien:
Sachkenntnis – Wie gut kennt sich die debattierende Person mit dem Thema aus? Werden Fakten korrekt und passend eingebracht?
Ausdrucksvermögen – Wie klar, verständlich und sprachlich angemessen wird argumentiert?
Gesprächsfähigkeit – Wird aufmerksam zugehört, auf die Beiträge der anderen eingegangen und im Gespräch aufeinander Bezug genommen?
Überzeugungskraft – Gelingt es, die eigene Position schlüssig, souverän und mit stichhaltigen Argumenten zu vertreten?
Diese vier Kriterien sorgen dafür, dass nicht Lautstärke oder Rhetorik allein zählen, sondern eine ausgewogene Kombination aus Wissen, Sprache, Zuhören und Argumentationsstärke.
Debattieren ist eine Kernkompetenz demokratischer Teilhabe. Wer lernt, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, Argumente abzuwägen und auch gegensätzliche Meinungen respektvoll stehen zu lassen, erwirbt Fähigkeiten, die weit über den Unterricht hinausreichen. Jugend debattiert fördert:
die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen,
die Fähigkeit, sich in andere Standpunkte hineinzuversetzen,
einen respektvollen, faktenbasierten Umgang mit Meinungsverschiedenheiten,
Selbstbewusstsein im freien Sprechen vor Publikum,
und ein grundlegendes Verständnis dafür, dass Demokratie vom Aushandeln unterschiedlicher Positionen lebt.
Seit dem Schuljahr 2026 ist Jugend debattiert fester Bestandteil des Politikunterrichts in den 8. und 9. Klassen. Über mehrere Unterrichtseinheiten hinweg lernen die Schülerinnen und Schüler die Debattenregeln kennen, üben Argumentationstechniken und tragen eigene Debatten zu aktuellen Streitfragen aus.
Die Methodik von Jugend debattiert endet dabei nicht in der Mittelstufe: Auch in der Oberstufe ist die Debatte im Fach Sozialwissenschaften fest verankert und wird dort auf höherem Niveau weitergeführt. Die Schülerinnen und Schüler bauen so kontinuierlich auf den erlernten Fähigkeiten auf und vertiefen ihre Argumentations- und Diskussionskompetenz.
Damit bereitet Jugend debattiert die Schülerinnen und Schüler auch gezielt auf die Simulation des Europaparlaments in der Jahrgangsstufe EF vor: Die Fähigkeit, Positionen zu vertreten, auf Gegenargumente einzugehen und in strukturierten Debatten zu überzeugen, ist eine zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme an diesem Format.
Am Ende der Unterrichtsreihe in der 8./9. Klasse steht das schulinterne Finale: Jede teilnehmende Klasse nominiert eine Finalistin oder einen Finalisten, die bzw. der die Klasse in der Abschlussdebatte vertritt.
Nachfolgend können Sie Berichte zu den Simulationen der vergangenen Jahre nachlesen:



