Lessing-Umfrage zum Thema Diskriminierung

Ist gesellschaftliche Diskriminierung für Schüler*innen ein großes Thema? Ein Sozialwissenschaftskurs aus der Oberstufe wollte es genauer wissen – und fragte nach Erfahrungen und Einstellungen. 

Gegen Ende des vergangenen Schuljahres hat sich der Sozialwissenschaft-Kurs (Q1) von Herrn Junglas im Zuge der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ mit dem Thema Diskriminierung befasst. Dazu erstellte der Kurs einen Fragebogen und verteilte ihn an die Schüler*innen der EF, der Q1 sowie an die Lehrer*innen der Schule. In dem Fragebogen wurden Diskriminierungserfahrungen und -einstellungen abgefragt. Insgesamt nahmen 185 Personen an der Umfrage teil, 38 davon sind Lehrer*innen. Diskriminierung wurde vom Kurs definiert als „die Herabwürdigung, Demütigung oder Benachteiligung von bestimmten Menschengruppen oder Individuen auf Grund ihres Aussehens, ihrer Herkunft, ihrer Sexualität, etc., da sie nicht in die eigenen Wertvorstellungen passen“. 

53% der Befragten haben in der Vergangenheit mindestens einmal Diskriminierung erlebt. Die Teilnehmer sollten auf dem Fragebogen konkretisieren, um welche Art der Diskriminierung es sich handelte. Den Teilnehmer*innen war es in diesem Fall erlaubt, mehr als eine Antwort anzugeben. Dabei nannten 68% Rassismus, 43% gaben Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts an. Weitere Arten waren Religion (29%), Armut (10%) und die sexuelle Orientierung (8%). 

Zu Beginn des Fragebogens wurden das Geschlecht, das Alter, ein möglicher Migrationshintergrund und die Religionszugehörigkeit der Teilnehmer*innen erfragt, um die Antworten enger eingrenzen zu können und gegebenenfalls Zusammenhänge herstellen zu können. 

Auf die Frage, ob Diskriminierung in unserer Gesellschaft aktuell ein großes Problem darstellt, antworteten 67% (124 Befragte) mit „Ja“. Eine Untersuchung möglicher Korrelationen ergab folgende Schlussfolgerungen: 

  1. 48% der Befragten weisen einen Migrationshintergrund auf. Diese sind eher Opfer von Diskriminierungserfahrungen als andere. Insgesamt haben 80 % der Menschen mit Migrationshintergrund angegeben, Diskriminierung erlebt zu haben. 
  2. 72% der Menschen mit Diskriminierungserfahrungen sehen Diskriminierung eher als als aktuelles Problem an, vermutlich, weil sie selbst mindestens einmal in ihrem Leben von Diskriminierung betroffen waren. Personen ohne jegliche Diskriminierungserfahrung gaben an, Diskriminierung eher weniger als Problem anzusehen.
  3. Beim Merkmal „Geschlecht“ fiel auf, dass deutlich mehr Frauen der Meinung sind, dass Diskriminierung ein aktuelles Problem darstellt: 96% der weiblichen Befragten kreuzten hier „Ja“ an. 

Am Ende der Umfrage wurden den Teilnehmer*innen sechs verschiedene Aussagen vorgelegt, diese sollten auf einer Skala von 1 (nicht diskriminierend) bis 5 (sehr diskriminierend) bewertet werden. Hier wurden nun Einstellungenabgefragt. 

Im Folgenden finden Sie eine grafische Darstellung der erhobenen und ausgewerteten Ergebnisse. Um die einzelnen Grafiken in Gänze zu betrachten, müssen Sie diese anklicken.

Text: Alina Weidenmüller (Q2)

Grafiken: Takuto Teramae (Q2)