Lateinkurse in Trier – ein Erfahrungsbericht

Am Samstag, den 29.10.2022 sind nur wenige Minuten nach den Franzosen und einen Tag nach den Spaniern auch drei Lateinkurse des Lessings mit Herrn Schillings und Frau Schneider in den Zug gestiegen, um die alte Kaiserresidenz Trier mit ihren wunderbaren römischen Baudenkmälern zu besuchen. Nach 2018 und 2019 war es nun die dritte Fahrt, und die Teilnehmenden waren sehr froh und dankbar, dass solche Unternehmungen nun endlich wieder stattfinden können.

Um 11:30 Uhr sind wir pünktlich in Augusta Treverorum oder Treveris, wie die Stadt in antiker Zeit hieß, angekommen und haben uns zu unserer Unterkunft, der Akademie des Rheinland-pfälzischen Sports, begeben, um unsere Zimmer im Gästehaus zu beziehen.

Danach begann auch schon unser Programm, zu dem insgesamt 9 Stationen gehörten. Ein erster Spaziergang entlang der Mosel führte uns bei goldenem Oktoberwetter bis zur Römerbrücke, deren römisches Fundament bis heute beeindruckt. Ein Vortrag über die Stadtgeschichte und die Errichtung der Brücke, mit der vieles in Trier begann, lieferte einen ersten Eindruck und einen Vorgeschmack, was uns noch alles erwarten würde. Es folgte ein Spaziergang in die Stadt, wo wir den Trierer Dom und die schöne Liebfrauenkirche besucht haben und ebenfalls einen Vortrag über die Sehenswürdigkeiten hörten. Natürlich gab es für die Schülerinnen und Schüler auch Zeit, die Stadt alleine zu erkunden. Nach einem gemeinsamen Abendessen ging es dann zurück zur Akademie, um die müden Beine auszuruhen.

Der Sonntag war unser Hauptbesuchstag, für den wir uns viel vorgenommen hatten: Zunächst ging es den Petrisberg hinauf, um das Amphitheater anzuschauen. Anschließend folgte ein Besuch in den Kaiserthermen, deren Anblick vom Berg kommend ein echter Augenöffner ist. Die Schülerinnen und Schüler haben im Vorfeld Präsentationen vorbereitet und uns jeweils durch die Anlagen geführt und  die wichtigsten Informationen beigesteuert. Nach einer Mittagspause – und als ob wir das mit gebucht hätten, war verkaufsoffener Sonntag – ging es ins rheinische Landesmuseum. Dort folgten wir einer Führung und bestaunten römische Grabsteine, herrliche Mosaike und einen riesigen gut bewachten Münzschatz, der kurz vor unserem Besuch 2019 von Einbrechern ins Museum beinahe gestohlen worden wäre. Anschließend führte uns unser Weg zur Konstantin Basilika, die wir, heute eine evangelische Kirche, auch von innen anschauen und mit den beiden anderen Kirchen vergleichen konnten.

Ein Referat über römisches Essen stimmte uns dann auf unseren Besuch im Domstein zu Trier ein, wo wir römische Schülergustationes probierten, und der eine oder die andere feststellte, dass damals doch alles anders schmeckte. Nach dem Abendessen kehrten wir in unsere Herberge zurück. Die einen spielten Karten oder saßen noch ein wenig beisammen, die anderen legten lieber die müden Füße hoch, jeder und jede, wie er oder sie es mochte.

An unserem letzten Tag besuchten wir noch die Statue von Karl Marx. Schließlich gehört er zu Trier wie die römischen Baudenkmäler. Sein Geburtshaus hatten wir schon in der Stadt gesehen.

Den krönenden Schluss bildete dann der Besuch der Porta Nigra. Etliche Male sind wir durch das schwarze Tor, dem nördlichen Stadttor der Kaiserresidenz, während unseres Aufenthalts durchgelaufen. Nun ging es hinein. Innschriften wurden übersetzt und ein letzter Blick über die ganze Stadt genossen.

Anschließend holten wir unser Gepäck und nahmen via Koblenz den Zug zurück nach Hause mit Blick auf Mosel und Rhein und auch am Kölner Dom vorbei. 

Schön wars!

Ein Beitrag von Jeannette Schneider