Deutsch

    Ansprechpartner(innen)

    Vorsitz: Eva Ludwig

    ludwig(at)lgbk.de

    Stellvertretung: Pia Holly

    holly(at)lgbk.de

    Vorbemerkung
    Im Folgenden sollen die Besonderheiten des Deutschunterrichts am „Lessing“ dargestellt werden; für Informationen über die curricularen Inhalte wird auf den hauseigenen Lehrplan verwiesen sowie auf die Vorgaben für das Abitur durch die Bezirksregierung, die für alle Gymnasien und Berufskollegs in NRW verbindlich sind.

     

    Deutsch in der Sekundarstufe I

    Die Förderung von Lese- und Schreibkompetenzen der Schülerinnen und Schüler bildet die wesentliche Grundlage des Deutschunterrichts in der Sekundarstufe I, da beides unabdingbar für die Lernstandserhebungen, Klausuren und zum erfolgreichen Abschließen des Abiturs ist. Lese- und Schreibförderung findet in allen Klassestufen gemeinsam und individuell im Unterricht statt, so zum Beispiel im Bereich der Leseförderungdurch den Vorlesewettbewerb in der sechsten Klasse oder die Teilnahme am Zeitungsprojekt in der achten Klasse. In Unter- und Mittelstufe lesen die Schülerinnen und Schüler mehrere Lektüren. Schon in der sechsten Klasse sollen beispielsweise Lektüren wie „Rico, Oskar und die Tieferschatten“, „Krabat“ oder „Vorstadtkrokodile“ die Neugierde auf Bücher fördern. Dies gelingt auch mithilfe kreativer Aktionen wie der „Bücherkiste“, welche von den Kindern selbst angefertigt wird und u.a. Informationen, Bilder, Collagen oder Gegenstände enthalten können und später im Klassenraum oder in der Bücherei ausgestellt werden. So können die Lesemotivation gesteigert, die Lesekompetenz gefördert und individuelle Leseprozesse begleitet und unterstützt werden. Zur Unterstützung der Leseförderung arbeiten wir zudem mit dem Programm „Antolin“. Mit diesem können die Schülerinnen und Schüler aus 70.000 Kinder- und Jugendbüchern Buchtiteln wählen, dazu ein Quiz lösen und sich Punkte verdienen. Zudem zeigt Antolin, was und wie viel die Kinder gelesen haben und ob sie gut verstanden haben. Das Programm wird in den Deutschunterricht der Erprobungsstufe integriert und fördert so die Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler langfristig und nachhaltig. Viele der Buchtitel finden sich in der Schülerbücherei, die mehrere hundert Jugendbücher – Erzähltexte und Sachbücher – zur Verfügung stellt, die dort in den Pausen gelesen oder ausgeliehen werden können.

    Zum Ende der Sek. I wird neben Klassikern (z.B. „Wilhelm Tell“, Friedrich Schiller) auch aktuelle Literatur gelesen, so z.B. „Tschick“ (Wolfgang Herrndorf) oder „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (John Green), wobei auch auf eine Anknüpfung an aktuelle Aufführungen des „Jungen Schauspielhauses“ geachtet wird.

    Im Bereich der Schreibförderung werden einerseits verschiedene Textgattungen und –arten behandelt und alltagsnah umgesetzt, z.B. das Schreiben von Briefen und E-Mails in der fünften Klasse oder das Formulieren von Bewerbungsanschreiben in der neunten Klasse. Die Schülerinnen und Schüler lernen, ihre Texte neben den Rückmeldungen von Lehrkräften auch selbst zu überarbeiten und zu korrigieren. Andererseits soll Schreiben von den Schülerinnen und Schülern als Möglichkeit des kreativen Ausdrucks verstanden werden, sodass auch kreatives Schreiben in Form von Übungen in den Unterricht einfließt. Beispielsweise findet kreativer Umgang mit Sprache seinen Raum, wenn die Schülerinnen und Schüler in der 9. Klasse ein Parallelgedicht zu Orhan Veils „Ich höre Istanbul“ schreiben und vor der Klasse vorlesen, vorsingen oder rappen. Das schulinterne Förderband ermöglicht den Schülerinnen und Schülern zudem eine individuelle Förderung.

    „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“.                                    

    Ludwig Wittgenstein

    An städtischen Gymnasien hat heutzutage jedes dritte Kind Migrationserfahrungen. Am Lessing-Gymnasium und Lessing-Berufskolleg sind wir uns bewusst, dass die gemeinsam genutzte Sprache das Fundament unserer Bildung, die Grundlage gegen-seitigen Verständnisses ist. Deshalb bildet die Sprachreflexion einen weiteren Schwerpunkt im Fach Deutsch. So setzen sich die Schülerinnen und Schüler beispielsweise in der neunten Klasse reflexiv mit Jugendsprache und angemessenem Sprachgebrauch auseinander.

    Die Förderung der Schülerinnen und Schüler im Fachbereich Deutsch geht über den reinen Deutschunterricht hinaus:

    Im Fach Deutsch beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema der Berufswahlorientierung bereits in der Sekundarstufe I:

    Beim „Girl´s/Boy´s Day“ erhalten die Mädchen und Jungen der 8. Klasse erste Ein-blicke ins Berufsleben, indem sie ein eintägiges Praktikum in einem von ihnen gewählten Beruf absolvieren, in dem klassischerweise Frauen bzw. Männer unterrepräsentiert sind. Die Vor- und Nachbereitung des „Girl`s/Boy`s Day“ findet im Deutschunterricht statt.

    In der neunten Klasse nehmen die Schülerinnen und Schüler an einem zweiwöchigen Berufspraktikum teil. Sie verbringen zwei Wochen in einem selbstgewählten Betrieb, begleiten die Mitarbeiter im Berufsalltag und sammeln so alltagsnahe Erfahrungen. Im Deutschunterricht wird auf die verschiedenen Bewerbungsmöglichkeiten (Anschreiben, E-Mail) vorbereitet und vor allem darüber gesprochen, welche Regeln zu beachten sind.

    Deutsch in der Sekundarstufe II

    Eine Besonderheit des Lessing-Gymnasiums ist sein dreifaches Curriculum für den DU in der Oberstufe: Es gibt unterschiedliche Lehrpläne, einen für das „normale“ Gymnasium sowie für das Berufskolleg, den Freizeit-Sportleiter (das Sportkolleg), die alle zwei bekanntlich das traditionelle Abitur einschließen.

    Der Unterricht in der gymnasialen Oberstufe war und ist weitgehend durch die Vorgaben der Bezirksregierung geprägt und lässt wenig Spielraum für individuelle Entscheidungen in Bezug auf Themen und die Auswahl der Literatur.
    In den beiden Berufskollegs öffnet sich der DU zu den entsprechenden Berufsfeldern und zu den das Kolleg konstituierenden Fächern, bei dem „technischen“ Berufskolleg hin zur Naturwissenschaft und beim Freizeitsportleiter hin zu Sport und Erziehungswissenschaft.
    Im Sportkolleg findet eine Öffnung des Faches zu lernpsychologischen und pädagogischen Fragestellungen statt, entsprechend dem an Freizeitpädagogik und Sport orientierten Berufsfeld; so werden etwa Bilderbücher für Kinder oder pädagogische Kompetenzen eines Gruppenleiters thematisiert und sogar im Abiturbereich, z.B. in Diskussionsaufgaben, mit abgefragt. Diese pädagogische Ausrichtung des Faches in Teilbereichen kommt auch durch die (verbindliche) Textauswahl zum Ausdruck, wobei – im Unterschied zum „normalen“ Gymnasium – auch wirklich aktuelle Literatur zum Zuge kommt; genannt seien hier als Beispiele der kulturkritische Roman „Leyla“ (F. Zaimoglu) oder „Die Vermessung der Welt“ (D. Kehlmann), ein viel gelesener Roman, der auch im DU des BTA thematisiert wurde. Auf diese Weise deckt das Fach Deutsch am „Lessing“ eine Vielzahl an Ausbildungsansprüchen und -möglichkeiten ab.

    Im Unterschied zu den Berufskollegs richtet sich der DU am Gymnasium nicht auf Berufsfelder aus und bereitet – neben seiner allgemeinbildenden Funktion – traditionell auf ein Studium vor. Im Rahmen der Möglichkeit, im Besonderen auch Germanistik zu studieren, besuchen die SchülerInnen in der Q2 jeweils eine ausgewählte Vorlesung an der Heine-Uni (z.B. zur Literaturgeschichte), um eine Orientierung für das Studium zu bekommen und allgemein ihre Berufswahlentscheidung zu erleichtern.
    Die D-Lehrer bemühen sich besonders, die SchülerInnen an das Theater und den Kulturbetrieb heranzuführen, indem sie regelmäßig mit ihnen Theateraufführungen am Schauspielhaus und beim „Jungen Theater“ besuchen, häufig mit direktem Bezug zum Unterricht.

    Auch der Literaturkurs – traditionsgemäß von Deutschlehrerinnen und -lehrern geleitet – hilft bei der genannten Aufgabe, indem jedes Jahr eine abendfüllende Theateraufführung vorbereitet wird. Für die Schulgemeinde und die interessierte Öffentlichkeit wurden in den letzten Jahren zum Beispiel die groteske Erzählung „Pest in der U-Bahn“ (Frank Gerber) sowie die Komödie „Adel verpachtet“ (Klaus Mitschke) aufgeführt, wodurch am Lessing eine Theater-Tradition erwachsen ist, die auch das Interesse an der Auseinandersetzung mit dramatischen Texten im DU beflügelt.