Projektwoche: Mehr als nur Honig!

Warum sollte jeder den Wildbienenbestand unterstützen?

Einigen Menschen wird diese Idee wahrscheinlich zunächst irrsinnig erscheinen, schließlich schwirren im Sommer oft genügend Kleinstlebewesen um unsere Köpfe herum. Viele, allen voran die Allergiker, reagieren auf Bienen/Wespen etc. meistens panisch und beginnen wie wild um sich zu schlagen. Was die meisten von Ihnen dabei sehr schnell vergessen, sind die Unterschiede zwischen Bienen und Wespen. Denn im Gegensatz zu Wespen, sind die Bienen nur einmal dazu in der Lage uns zu stechen und sie machen dies auch nur, wenn sie sich in außerordentlicher Bedrohung befinden, da sie bei einem Stich meist ihren Stachel verlieren und daran selbst sterben. Zudem tragen Bienen einen großen Beitrag zu der Erhaltung unserer Nahrungskette bei. Sie gelten nämlich als die wichtigsten Bestäuber und sind für die Bestäubung von 80% der 2000-3000 Nutz-und Wildpflanzen zuständig. Während ihres Aufenthalts auf einer Pflanze, bleiben die Pollen in ihrem feinen Pelz kleben und werden so bei ihrem Weiterflug zu einer anderen Pflanze übertragen. Man bezeichnet so etwas als Fremdbestäubung, da die Fortpflanzung von Pflanzen durch die Übertragung von Pollen mit den befruchteten Spermienzellen einer anderen Pflanze erfolgt. Auch für die Bienen hat dies einen wichtigen Effekt: Auf ihrem Weg von Blüte zu Blüte sammeln sie Blütennektar, welchen sie in ihrem Stock zu Honig verarbeiten. Grundsätzlich müssen Arbeiterbienen für die Herstellung von 500g Honig ungefähr 40 000-mal aus ihrem Stock fliegen und legen dabei eine Strecke von 120 000 km zurück. Mit all ihren Vorzügen sind Bienen für verschiedene Bereiche von besonderer Bedeutung und sollten unbedingt beschützt werden.

Eins der selbstgemachten Bienenhotels nach eigener Vorstellung gebaut

Auf der einen Seite tragen sie durch ihre Honigproduktion einen bedeutenden Teil zur Nahrungsmittelindustrie bei, zudem besagt eine Studie des Umweltbeobachtungszentrums, dass die Bestäubungsleistung der Insekten jährlich einen hohen Beitrag zum volkswirtschaftlichen Nutzen trage. Diese übersteige nämlich nahezu das 10-15fache der Honigproduktion. Vor allem die Obst- & Gemüseherstellung profitiert deutlich von der Bestäubung durch Bienen, da somit sowohl die Erträge als auch zahlreiche Qualitätsmerkmale verbessert und gesteigert werden können. Allerdings ist seit ca. 2007 ein Drittel der Bienenbestände vom Aussterben bedroht und von Jahr zu Jahr werden es mehr, weil sie stark unter den Mangel von Wildblumenwiesen, der Intensivierung der Landwirtschaft, der monotonen Agrarlandschaft und dem erhöhten Einsatz von Antibiotika/Pestizide leiden. Um dem immer weiter fortschreitendem Bienensterben entgegen zu wirken, gibt es heutzutage viele Imker-Vereine, Hobbyimker und Bienenwiesen. Grundsätzlich tragen diese Vereine zur Aufrechterhaltung der Bienenpopulation, aber auch der Erhaltung und Vermarktung von Honigprodukten bei. Doch auch die Meinungen zur Arbeit eines Imkers sind umstritten. So sehen einige Leute in der Aufrechterhaltung der Bienenzucht größere Ähnlichkeiten zur Massentierhaltung, nur um die Nachfrage der Bürgerschaft nach Honig befriedigen zu können. Dabei werden die Vernachlässigung und der Stress, dem die Bienen durch solche Lebensbedingungen ausgesetzte werden, völlig außer Acht gelassen. So werden beispielsweise die Flügel der Bienenkönigin gestutzt, um diese an einem Verlassen und Weiterziehen vom vertrauten Bienenkasten zu hindern oder eine Unachtsamkeit bei der Honigentnahme führt dazu, dass einige Arbeitstiere elendig verenden. Am wichtigsten jedoch ist, dass durch die Bienenzucht durch Menschenhand die Wildformen immer weiter zurückgedrängt werden und bald nur noch domestizierte Arten bestehen.

In unserer Projektwoche haben es sich Herr Hansch & Herr Borgs zur Aufgabe gemacht, die Schülerinnen und Schüler unserer Schule über die Lebensweise und die Gründe für das erhöhte Bienensterben aufzuklären. Mit einem Besuch des Botanischen Gartens und eines Imkers sollen diese Eindrücke bei den Schülern verstärkt und bleibender Eindruck hinterlassen werden. In unserer Schule selber bemühen sich die Projektteilnehmer mit der Pflanzung von Bäumen, dem Säen von Wildblumenwiesen und dem Bau von Bienenkästen, den Wildbienenbestand in der Stadt Düsseldorf zu unterstützen.

Die jungen Bienenforscher im Botanischen Garten

Autor: Schulte

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