Lessings Friday for Future: Projekttag zum Klimawandel

    Die „Fridays for Future“- Bewegung hatte angekündigt, dass am Freitag, 20.09.19, der größte je dagewesene Klimastreik in der Geschichte stattfinden würde. Weltweit haben Menschen sich dem Streik angeschlossen und auch die Schülervertretung am Lessing-Gymnasium und Lessing-Berufskolleg wäre dem Aufruf gern gefolgt. Aber das NRW-Schulministerium pochte auf Unterricht statt auf Proteste. In einem Brief an alle Schulen gab das nordrhein-westfälische Schulministerium die Anweisung, dass eine kollektive Teilnahme der Schülerschaft einer Schule an der Klima-Demo während der Unterrichtszeit untersagt sei.

    Weil den meisten Schülerinnen und Schülern das Thema aber auf den Nägeln brennt, hat der Lessing seinen ganz eigenen Friday for Future organisiert. Einen ganzen Tag lang wurden Projekte und Informationsveranstaltungen rund um das Thema Klimawandel angeboten: In der Aula gab es Vorträge zum Thema Klimawandel durch eine Mitarbeiterin der Fachhochschule Düsseldorf (HSD). Der Chemiekurs EF 1 von Herrn Zohren zeigte Demonstrationsexperimente zum Treibhauseffekt, es gab ein interaktives Quiz zum Thema Klimawandel, einen Fragebogen zur Ermittlung des ökologischen Fußabdrucks,  Filme zum Thema und vieles mehr. Manche Klassen besuchten Lernorte außer Haus, so wanderte zum Beispiel die 9a auf den Spuren der Klimafolgen in Düsseldorf – im Grafenberg Wald.

    Frau Deppe berichtet über das Projekt:

    Was ist ein Ökosystem? Was bedeuten Phänologie und Biodiversität? Nachdem diese grundsätzlichen Begriffe geklärt wurden, untersuchten die Schüler die Phänologische Uhr für Deutschland. Sie fanden heraus, dass im Zeitraum zwischen 1991 und 2016 im Vergleich zu 1961 und 1990 die Winter um 17 Tage kürzer, der Frühling um fünf Tage länger, der Sommer um einen Tag kürzer und der Herbst um 13 Tage länger geworden ist. Diese Verschiebung hat große Auswirkungen auf Flora und Fauna. Wird es z. B. Vögeln aufgrund der Erwärmung zu warm, suchen sie sich neue Lebensräume, in den Gebirgen entweder in der Höhe, nämlich rund 42 m höher, oder  sie fliegen im Flachland  dann durchschnittlich 17 km weiter nördlich, um dort zu brüten. Dies kann Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem haben: Es entstehen neue Konkurrenzen oder neue Räuber-Beute-Beziehungen

    Für NRW und natürlich auch für Düsseldorf sind die Klimaprognosen wie für den Zeitraum 2046 – 2055 im Vergleich zu 1951 – 2000 deutlich in der Grafik zu erkennen (Quelle: Klimafolgenmonitoring Düsseldorf, 2019). Die Jahresmitteltemperatur wird voraussichtlich am Rhein entlang von 10-11 Grad auf 13-14 Grad steigen mit erheblichen Konsequenzen für Mensch, Tier und Pflanze. Es gibt Klimagewinnler und Klimaverlierer. Letztere werden in der Überzahl sein. Einer von ihnen ist der Kuckuck. Er kommt einfach vor dem Hintergrund des Klimawandels im Vergleich zu früher zu spät die 8000 km zurück aus seinen Wintergebieten. Da sind alle anderen Vögel längst da und der Kuckuck findet keine geeigneten Wirtsnester mehr, in die er seine Eier legen kann. Für den Menschen wird es in den großen Städten immer heißer. Einen Vorgeschmack brachte der Sommer 2018 mit 38-40 Grad Sommertemperaturen.

    Die Waldschule war der optimale außerschulische Lernort. Nach einer Fahrt mit der 709 bis zur Endhaltestelle Gerresheim Krankenhaus, wanderten wir eine halbe Stunde zum Wildpark, wo uns die alte Waldschule mit wohliger Wärme empfing, denn heute morgen waren es empfindliche 6 Grad kalt. Die Stimmung war die ganze Zeit sehr gut. Pausen, Spielplatz und Wildgehege taten ihr übriges. Gegen  11.45 Uhr ging es zurück zur Haltestelle, wieder runter und in die Stadt.

    Weitere Ergebnisse der Projekte folgen in Kürze.