Lateinkurs-Exkursion zur Papyrussammlung nach Köln

    von Timo Birkel

    Am Mittwoch, den 10. Juli 2019 haben wir, der Lateinkurs der Stufe Q1, zusammen mit unserem Fachlehrer Herrn Wasserfuhr die Universität zu Köln besucht, um an zwei Veranstaltungen zum Thema antiker und mittelalterlicher Schriften teilzunehmen.

    Nach einer unproblematischen Anreise ging es zunächst durch die umfangreiche Bibliothek des Instituts für Altertumskunde, in der es unzählige Bücher gibt, die mit Latein, Altgriechisch und der Antike in Verbindung stehen. Anschließend stand der erste Workshop mit Frau Dr. des. Lehmann an, in dem uns anhand originaler Exponate die Arbeit mit erhaltenen Papyrusfragmenten erläutert wurde. Um hier verlässliche Erkenntnisse erwerben zu können, muss ein Stück immer in sehr vielen Hinsichten begutachtet werden und es ist häufig ein gutes Kombinationsvermögen notwendig. Nach oftmals bereits schwieriger Entzifferung des Textes (Transkription) soll nämlich trotz häufig sehr lückenhafter Sätze herausgefunden werden, was der Gesamtsinn des überlieferten Textes ist und um was für ein Werk es sich handeln könnte. Ist ein Text schon einmal woanders überliefert worden, helfen hier digitale Datenbanken. Durch Unterschiede mit vorhandenen Texten lassen sich dann neue Vermutungen zum wahrscheinlichen Ursprungstext finden. Bei einem im Workshop näher betrachteten Papyrusstück handelte es sich um einen Teil einer Abschrift einer Rede Ciceros gegen Verres.

    Nachdem noch weitere in Glas eingefasste Papyrusfragmente bestaunt wurden, ging es zum Mittagessen in die örtliche Mensa, bevor uns dann Herr Wasserfuhr selbst über unterschiedliche lateinische Schriftformen berichtete und dabei auch einen Übergang zu lateinischen Texten im Mittelalter bot. Die Schreibweise bestimmter Buchstaben variiert nämlich je nach Zeit und Textgattung, weshalb die Paläographie (Lehre von alten Schriften) durchaus spannende Details offenbart. Als krönender Abschluss wurde ein sehr altes in Latein verfasstes Buch begutachtet, an dem sich auch wieder viele interessante Besonderheiten in Schrift und Aufbau finden ließen.

    Insgesamt ließ sich vor allem im ersten Teil feststellen, wie viel Arbeit hinter der Untersuchung und Aufarbeitung originaler altertümlicher Schriftstücke steckt. Es werden immer wieder neue Textfetzen gefunden und angesichts neuer Erkenntnisse werden auch immer wieder neue Interpretationen notwendig. Die Forschung in diesem Bereich dreht sich also keineswegs im Kreis, sondern ist durchaus lebendig.

    Für den Lateinkurs Q2

    Timo Birkel

    P.S.: Wir danken dem Institut für Altertumskunde der Universität zu Köln für die freundliche Aufnahme und die Gelegenheit, die papyrologische Sammlung zu besuchen und so nah mit den Originalen zu arbeiten.