Der Projektkurs „Grenzen“ im Düsseldorfer Landtag

    ein Beitrag von M Wasserfuhr

    landtagAm Mittwoch, dem 18. Mai 2016, hat der Projektkurs „Grenzen“ an einer Veranstaltung zum Thema „Flucht und Vertreibung – früher und heute“ im Düsseldorfer Landtag teilgenommen. Eingeladen hatte der Landesverband im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. und der NRW-Landtag. Nachdem die Sicherheitskontrolle durchlaufen war, nahmen die Kursmitglieder im Plenarsaal des Landtages Platz, also dort, wo sonst die Abgeordneten ihrer Parlamentsarbeit nachgehen. Begrüßt wurden die Lessing-Schüler schon vor Beginn von Thomas Kutschaty, dem NRW-Justizminister, der zugleich Landesvorsitzender des Vereins ist.  Zunächst hörten wir einen Vortrag von Professor Bernd Faulenbach, einem Bochumer Historiker, welcher der Frage nachging, ob und inwiefern die Fluchtbewegungen in der Endphase des Zweiten Weltkrieges und danach mit den heutigen Flüchtlingsströmen zu vergleichen sind. Anschaulich berichtete dazu ein Zeitzeuge, der in der Endzeit des Zweiten Weltkrieges aus Stettin geflohen war, über seine Erfahrungen. Im Anschluss daran hatte der Bochumer Politologe Professor Arian Schiffer-Nasserie das Wort. Er führte die aktuellen Flüchtlingsströme, die Europa und Deutschland erreichen, darauf zurück, dass diese Länder politische, ökonomische und militärische Interessen in Afrika sowie im Nahen Osten verfolgten. „Deutschland führt dort keinen Krieg, aber es lässt Krieg führen und profitiert davon!“, so Schiffer-Nasserie.  Ergänzt wurde der Blick auf die aktuelle Fluchtthematik durch einen 17-jährigen Syrer, Abd Allatef Renno aus Wuppertal, der vor drei Jahren aus Syrien geflohen war. Seinem Bericht folgten gerade die gleichaltrigen Schülerinnen und Schüler mit großem Interesse. Danach wurde die Disskussion über die Vorträge eröffnet und insbesondere die Schulklassen mit in die Diskussion einbezogen.

    Bei Kaffee und Kuchen war anschließend Zeit, die Themen zu vertiefen und über einzelnes genauer zu sprechen. Auch Minister Kutschaty war interessiert zu erfahren, welche Eindrücke die Lessing-Schüler von der Veranstaltung mitgenommen haben. So klang ein interessanter Nachmittag aus, der deutlich gemacht hat, wie zeitlos aktuell das Thema Flucht und Vertreibung ist und wie vielfältig und komplex die Ursachen sind.