Theaterwelt

    Wie konnte es nur so weit kommen?

    Theaterbesuch (Klassen der 6-8) von Die Perlmutterfarbe im jungen Schauspielhaus

    Nachgespielt: Der Flur wird zum Herrschaftsgebiet der Klasse A

    Nachgespielt: Der Flur wird zum Herrschaftsgebiet der Klasse A

    Stell’ dir vor, du bist in der siebten Klasse und eine neue Schülerin kommt in die Klasse. Sie bringt einen großen Teil der Schülerinnen und Schüler hinter sich und auf einmal ist nichts mehr, wie es war: Freunde fangen an, sich zu misstrauen, die Parallelklasse wird zum Feind, der Flur zum “Kriegsgebiet”… alles eskaliert; Ein harmloses Geheimnis wird zur Straftat aufgebauscht, Erpressung, Gewalt, Schuldzuweisungen, Mobbing – der Prozeß schein unaufhaltsam in die Katastophe zu steuern.

    Das Thema ist so alt und doch so neu: Mit Düsseldorfer Schülern bringt die Theaterregisseurin Annette Kuß Die Perlmutterfarbe auf die Bühne. Die Vorstellung am 09 Mai wird fast ausschließlich für das Lessing-Gymnasium gespielt, denn gleich vier Klassen aus drei Jahrgangstufen (6-8) sehen im jungen Schauspielhaus das Stück. Anna Maria Jokl schrieb ihre Parabel über den beginnenden Faschismus als «Kinderroman für fast alle Leute» 1937, im Alter von 26 Jahre. Sie selbst kannte Ausgrenzung und Verfolgung, denn sie musste als jüdische Autorin aus Nazi-Deutschland fliehen. Dabei  wäre das Manuskript fast verloren gegangen. Der Roman erschien 1948 und war in den 50er Jahren das meist ausgeliehene Buch in deutschen Bibliotheken.

    Roman und Theaterstück sind auch als Anschauungsunterricht für die Streitschlichterausbildung an unserer Schule bestens geeignet.

    Stimmen zur Aufführung:

    Tom (8c): “Wie die Schauspieler gekleidet waren und die Requisiten waren sehr passend. Man sah, dass das Stück in der Vergangenheit spielte, wo Bücher noch sehr teuer waren. Sonst hätte mich das auch gewundert, dass die so ein Theater machen wegen eines Buches.”

    Erik (8c): “Ich fand es nicht gut, dass es kein richtiges Bühnenbild gab. Das wäre viel realistischer”

    Luis (8c): “Die Schauspieler waren sehr überzeugend und die Rollen gut besetzt, z.B. sah der Knok-out  genauso aus, wie er heißt und wie es seine Rolle erfordert.”

    Diego (8c): “Es irritierte mich, dass manche Schauspieler mehrere Rollen spielen”