Das Lessing auf römischen Pfaden – Der Lateinkurs Q1 in der AVGVSTA TREVERORVM

04.XI.2018, ein Beitrag von M. Wasserfuhr

Müde, aber zufrieden verließen wir heute ein sonniges Trier. Hinter unserer Gruppe aus neun Schülerinnen und Schülern sowie den begleitenden Lehrern, Frau Schneider und Herrn Wasserfuhr, liegen drei Tage in einer der bedeutendsten Römerstädte nördlich der Alpen: Trier – lateinisch: AVGVSTA TREVERORVM! Zum ersten Mal seit Langem fand somit eine Latein-Fahrt des Lessings nach Trier statt.

Drei Tage mit straffem Programm
Unser Programm war eng getaktet. Drei Tage voller Kultur aus römischer Antike und christlichem Mittelalter bis hin zur Moderne: An ausgewählten Stationen wie dem römischen Amphitheater, der Porta Nigra und den Kaiserthermen hatten die Q1-Lateinerinnen und -Lateiner anspruchsvolle Führungen vorbereitet. Mit Detailwissen und teilweise sehr lustigen Anekdoten, aber auch Bezügen zu lateinischen Schriftstellern führten die LateinerInnen die Reisegruppe durch die eindrucksvollen Bauten der Römerzeit in Trier. Doch die Geschichte Triers ist, insbesondere in den Personen Kaiser Konstantins und seiner Mutter Helena, eng mit dem Aufstieg des Christentums im römischen Weltreich verknüpft. Somit war ein Besuch der berühmten Konstantinbasilika ein absoluter Pflichtpunkt. Hier wurden wir auch unterirdisch durch die selten zugänglichen Fundamente der riesigen Palastaula geführt und schlossen die Erkundung als einzige Besucher in einer sonst menschenleeren Basilika ab. Fußend auf antiken Bauten waren auch der Trierer Dom und die Liebfrauenkirche für uns von großem Interesse: Die überwältigende Architektur führte uns hin zu den unterschiedlichen Stilepochen der Romanik, Gotik und des Barock. Dabei machten wir uns am „Heiligen Rock“, dem Schädel der Helena und den Gebeinen des Bischofs Maternus klar, welche Bedeutung im Mittelalter die Verehrung von Reliquien hatte.

Schlemmen wie die Römer

Das römische Leben in Trier erfassten wir auch mit Geschmacks- und Geruchssinn. Denn am letzten Abend aßen wir wie die Römer und probierten „Lukanische Würstchen mit grünen Bohnen“ und „mit Myrte gekochten Schinken in Feigensoße“. Als Beilage gab es mustea, Weinbrötchen der römischen Art mit einem Lorbeerblatt an der Unterseite. Begleitet wurde das Essen von einem Vortag über römische Essgewohnheiten durch unsere Schüler und Zitaten lateinischer Originalrezepte des M. Gavius Aspicius. Am Nachtisch (mensa secunda), einem Birnenauflauf garniert mit Pfefferkörnern, schieden sich jedoch die Geister. Am Ende hieß es: DE GVSTIBUS NON EST DISPVTANDVM – „Über Geschmack lässt sich nicht streiten!“ Alle jedoch waren sich einig: Wir haben in Trier viel Spannendes über die Welt der Römer gelernt und zahlreiche Themen aus dem Unterricht an antiken Schauplätzen erleben können.

Zum Schluss noch Karl Marx
Ganz zum Schluss – und wir hätten fast den Zug nach Düsseldorf verpasst – haben wir in diesem besonderen Jubiläumsjahr auch einem der bekanntesten Söhne der Stadt Trier einen Besuch abgestattet, nämlich Karl Marx. Mit einem Blick auf dessen Geburtshaus und die überlebensgroße Statue der chinesischen Regierung für die Stadt Trier verließen wir die Augusta Treverorum und begaben uns heimwärts nach Düsseldorf.
Frau Schneider und Herr Wasserfuhr waren begeistert von den toll vorbereiteten Führungen der Schülerinnen und Schüler und freuen sich, trotz schwerer Füße, auf die nächste Trierfahrt im neuen Schuljahr!

Autor: Schulte

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