Auf den Spuren des politischen Systems und des ersten Computers …

    Berlin, Berlin !!!

     

    Berlin : eine bedeutende und bedeutsame, eine belebte und belebende, eine bunte und bizarre, kurzum eine beeindruckende und begeisternde europäische Metropole.

    Historie, Politik, Kultur und Kunst einerseits, Vergnügen und Nachtleben ohne Sperrstunde andererseits, das bietet schier unerschöpfliche Möglichkeiten, Tag und Nacht in Berlin erlebnisreich zu gestalten.

    Da wir uns mit der Q1M jedoch auf einer von der Europäischen Akademie Nordrhein-Westfalen gesponserten Studienfahrt befanden, konnte das Nachtleben ( Zapfenstreich : Mitternacht) nur bedingt genossen werden.

     

    Start: 09.9.2013 in aller Frühe

     

    Die den Gesichtern zu entnehmende Vorfreude wurde durch eine etwas ermüdende, mühevolle Anreise kurzzeitig gedämpft. Wegen Hochwasserschäden und der damit verbundenen Sperrung der Strecke Hannover – Berlin reisten wir stundenlang von Magdeburg im Regionalzug bis Berlin an. Bleibende Erkenntnis: Deutschland ist dünner besiedelt, als man denkt.

    Zum Zeitvertreib gab es Gott sei Dank aber elektronische Medien und jede Menge Essensvorräte im Gepäck, mit denen man die Langeweile überwinden konnte.

    Die Begrüßung durch unseren freundlichen Studienleiter Herrn Pleyer, das Hotel im Bezirk Prenzlauer Berg, die Nachbarpizzaria, die montags jede Pizza für 2,70 € offeriert, vor allem aber die bis Mitternacht währende erste Stadtführung durch Frau Kohn und Herrn Klein vom Alexanderplatz bis zum Potsdamer Platz entschädigten die Mühe der Anreise.

     

    Dienstag, der 10.09.2013

    Vormittags ein Seminar zum politischen System der Bundesrepublik und zur Geschichte der DDR. Vor allem letzteres kurzweilig und anschaulich. Noch anschaulicher wurde es dann, als uns Herr Pleyer zur Gedenkstätte Bernauer Straße führte, wo man am historischen Ort einen Eindruck von der Dimension der Mauer und dem perfiden System der Grenzanlagen erhält. Viele der SchülerInnen hatten sich bislang noch kein Bild von dem „antifaschistischen Schutzwall“ (Sprachregelung der DDR)) machen können. (Bild Mauer)

    Nachmittags erfolgte dann der Besuch des Jüdischen Museums Berlin mit einer Führung zu dem von uns ausgewählten Thema: „Reaktionen deutscher Juden auf den Nationalsozialismus“.

    Das Jüdische Museum Berlin, entworfen von Daniel Liebeskind, wurde 2001 eröffnet und gilt als ein architektonisches Meisterwerk in der europäischen Museumslandschaft. Thematisch widmet es sich der Geschichte der Juden in Deutschland und der Geschichte der deutschen Juden. Es besticht durch seine außergewöhnliche äußere Form in gebrochenen Zickzack-Linien, die die tiefen Brüche in der Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Deutschland bis hin zum Holocaust versinnbildlichen soll.

    Abends: Pizza, Nachtleben und Vergnügen

     

    Mittwoch, der 12.09.2013

    Vormittags Besuch eines Workshops im Deutschen Dom mit Schwerpunkt Grund-und Freiheitsrechte, der auf ein geteiltes Echo in der Schülerschaft stieß. Einigen war er zu langwierig, andere füllten sich unterfordert. (Bild 0974)

    Der am Nachmittag angebotene politische Stadtrundgang in Berlin – Mitte vermittelte uns u.a. die abwechslungsreiche Geschichte der Wilhelmstraße . Der Stadtführer hatte am eigenen Leib die Repressalien des DDR-Regimes in Form von Studier-und Berufsverbot erlebt und vermittelte uns Faktisches und Erlebtes in engagierter Art.

    Staunend standen wir vor der Botschaft der Volksrepublik Nordkorea, die in ihrem Schaukasten vor dem Eingang dem Betrachter Bilder einer in Frieden und Wohlstand lebenden Bevölkerung vorgaukelt.

    Abends: Pizza, Nachtleben und Vergnügen

     

    Donnerstag, der 12.09.2013

    An diesem Tag mussten wir die Fähigkeit unter Beweis stellen, auch wirklich an einer gesponserten Studienfahrt teilnehmen zu können. Es gab drei Seminarorte und drei Seminarthemen.

    Der erste Seminarort war das Deutsche Technikmuseum. Das Thema der Führung: „Fortschritt und Zerstörung – Ist der Krieg der Vater der Technik?“ hatten wir selbst nachgefragt. Am Beispiel vieler Exponate aus dem Bereich der Luftfahrt und mit den erklärenden Worten unseres Museumführers wurde die Inbesitznahme des technischen Fortschritts für Krieg und Zerstörung im 20. Jahrhundert herausgestellt.(Bild 1007) Außerdem konnte ein für Schüler des Mathe-Kollegs hochinteressanter Blick auf den Z1, den ersten Computer der Welt, geworfen werden.

    Der nachfolgende Besuch im Bundeswirtschaftsministerium stieß auf unterschiedliche Reaktionen. Manch einer war von der Sprachgewalt und Vortragsdichte des Ministerialbeamten begeistert, andere mussten durch leichtes Antippen vor dem Einnicken bewahrt bleiben. Es stellt sich aber die Frage: Ist es im Unterricht anders?

    Zum Ausklang des Tages stand ein Besuch des Bundestages im Reichstagsgebäude mit Kuppelbegehung an.

     

    Abreisetag: Freitag, der 13.09.2013

    Zum Abschluss unserer Studienfahrt gab es noch ein Seminar zu den anstehenden Bundestagswahlen: Nicht nur das Wahlsystem wurde hierbei vorgestellt, sondern vielmehr wurde an ausgewählten Themenfeldern wie Mindestlohn, Energiewende, Tempolimit und Betreuungsgeld die Positionierung der einzelnen Parteien deutlich bzw. zumindest angedeutet.

     

    Die Rückfahrt verlief trotz einer gewissen Orientierungslosigkeit im Umgang mit dem Berliner Nahverkehr unspektakulär in einer durchgehenden IC-Verbindung.

     

    Fazit der Woche: Eine Studienreise nach Berlin sollte in der Oberstufe zur politischen Bildung obligatorisch angeboten werden.

    Dank an die Europäische Akademie, Dank an Herrn Pleyer, unseren kompetenten und uns zugewandten Studienleiter, Dank für das Interesse der stets pünktlichen Q1M.

     

    Christa Kohn