Auf den Spuren des chinesischen Postbotenproblems

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    Im Rahmen der Berufsorientierung bietet die Fachkonferenz Mathematik den Schülerinnen und Schülern der Mathematik-Leistungskurse unter anderem einen Besuch an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf an, um einen gezielten Einblick in ein Mathematikstudium zu bekommen. Aus diesem Anlass machten sich letzte Woche Herr Zohren mit seinem M-LK der Q2 im Gymnasium und Herr Klein mit seinem M-LK der Q1m im Berufskolleg auf den Weg zur Uni. Zunächst nahmen die beiden Leistungskurse an einer eigens für sie an diesem Tag organisierten Seminarveranstaltung zum Thema des „Chinesischen Postbotenproblems“ teil. Bei diesem Optimierungsproblem, welches auch in der Informatik im Bereich der Graphentheorie Relevanz hat, geht es um das Finden eines optimalen Weges, so dass bei minimalem Aufwand alle abzuarbeitenden Zwischenziele erreicht werden. Der Leiter dieses Seminars, Herr Prof. Dr. Schaedle, zeigte dies zunächst anschaulich an der Route eines Müllwagens auf, der die Straßen der Düsseldorfer Innenstadt abzufahren hat. Sogleich lernten die Schülerinnen und Schüler die Grundlagen von Graphen, Knoten und Kanten und den dazugehörigen Adjazenzmatrizen kennen. Neben der anschaulichen Problemstellung konnten die Schülerinnen und Schüler auch viele Fragestellungen selber erproben und erarbeiten, so galt es z.B. verschiedene Graphen auf „Isomorphie“ zu untersuchen.

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    Um jedoch auch einen Einblick in den Alltag eines Mathematikstudiums zu bekommen, war es Herrn Zohren und Herrn Klein wichtig, mit den Schülerinnen und Schülern auch noch an der Anfängervorlesung Lineare Algebra I im Anschluss an das Seminar teilzunehmen. Hier zeigte sich, welch hohes Tempo an der Uni vorgelegt wird und dass eine Vorlesung nicht mit Mathematikunterricht zu vergleichen ist, so wie die Schülerinnen und Schüler ihn bisher kennengelernt haben. Nach einer Dreiviertelstunde voll mit Propositionen, Lemmata und den dazugehörigen Beweisen über Untervektorräume, verließ man reizüberflutet den bis zum Anschlag gefüllten Vorlesungssaal. Die Anfängervorlesung Lineare Algebra ist nämlich nicht nur für Mathematikstudenten gedacht, sondern gehört auch zum Pflichtprogramm der Erstsemester in naturwissenschaftlichen Studiengängen wie z.B. Physik oder Informatik. Für die begleitenden Lehrer gab es auf dem Campus daher auch mehrfach ein Wiedersehen mit ehemaligen Lessing-Abiturienten.

    Als kleines Rahmenprogramm stand am Ende dieses Schnuppertages noch ein gemeinsamer Rundgang über den Campus der Heinrich-Heine-Universität inklusive eines Besuchs der Uni-Bibliothek und der Studienberatung an.