Antike Graffitis – Lateinkurs besucht Institut für Altertumskunde

Ein Tag an der Universität zu Köln

ein Beitrag von Celine Jaghzies (Q1)

„Ich war hier!“ Dr. Spal erläutert Texte römischer Alltagsgraffiti und Depinti

Am Montag, den 18. September 2017 begaben sich die Oberstufenschüler des Lateinkurses von Herrn Wasserfuhr auf eine spannende Exkursion. Ziel dieser Exkursion war die Universität zu Köln. Dort angekommen besichtigten wir zunächst einmal die Bibliothek des Instituts für Altertumskunde, bevor wir mit dem ersten Workshop so richtig in den Tag starteten. Hier lauschten wir gespannt den Worten von Dr. Andreas Spal, der einiges über die 79 n. Chr. zerstörte Stadt Pompeji sowie über römische Versgraffiti erzählte. In Verbindung mit diesen Versgraffiti lernten wir zunächst das lateinische Alphabet der so genannten Älteren Römischen Kursive. So heißt die Art der Großbuchstabenschrift, in der viele lateinische Versgraffiti geschrieben sind. Anschließend sahen wir uns selbst solche Verse an. Selbstverständlich konnten wir beim Entziffern und Übersetzen der Verse dann auch das eigene Wissen unter Beweis stellen.

Nach einem kurzen Mittagessen in der Uni-Mensa, bei dem sich alle stärken konnten, begann auch schon das Nachmittagsprogramm: Diesmal ein Workshop zum Thema Papyri und Beschreibstoffe in der Antike. In diesem gab Frau Breternitz uns zunächst eine kurze Einführung. So erfuhren wir eine Menge darüber, wie Papyrus hergestellt und verwendet wurde. Danach übernahm der Papyrologe Herr Backhuys den Kurs, welcher uns nicht nur Einblicke in sein Berufsfeld gewährte, sondern uns auch stolz die Stücke aus der Papyrussammlung der Universität zu Köln präsentierte.

Zuletzt betrachteten wir noch den Anfang von Ciceros Rede gegen C. Verres (Actio Secunda). Hier konnten wir wir sehen, wie schwer und kompliziert die Arbeit von Philologen und Papyrologen wirklich ist. Denn heutezutage schlagen wir einfach ein Buch eines antiken Autors, z.B. Cicero, auf und lesen den Text. Dass es „den“ Text aber so häufig gar nicht gibt, erläuterte uns Herr Backhuys. Denn über die Jahrhunderte hinweg wurden die Texte der antiken Schriftsteller immer wieder abgeschrieben. So entstanden Fehler oder Teile der Texte gingen auch verloren. Die schwierige Aufgabe von Philologen und Papyrologen ist es dann, den wahrscheinlich ursprünglichen Text „herzustellen“ und die Überlieferung zu „heilen“, wo sie unvollständig oder falsch ist. Das ist an kleinen Beispielen auch unserem Kurs gelungen.

Grundsätzlich haben wir für uns alle festgehalten, dass wir einen spannenden und amüsanten Tag in der Universität zu Köln verbracht haben.

Ein großes Dankeschön an die Mitarbeiter des Instituts für Altertumskunde!

für die Q1-BI: Celine Jaghzies

Autor: Schulte

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