Lessing-Kollegium bezwingt den Drachen(fels)!

Weit sind wir nicht gekommen auf dem diesjährigen Kollegiumsausflug: Nach gut einer Stunde Zugfahrt stehen wir wieder „am Lessing“ –  immerhin, entgegen allen Wettervorhersagen nicht im Dauerregen, sondern unter einem dramatisch grauen Himmel, der wunderbar zu der wild romantischen Natur des Nachtigallentals passt. Das am Weg liegende Ostermann-Denkmal wurde beim Aufstieg auf den Drachenfels ebenso gewürdigt wie die vielen geologischen Besonderheiten, die die beiden Führer fachkundig zu erklären verstanden.

Der Drachenfels ist nämlich nicht nur sagenumwoben, die Magie der Natur schlug hier schon früh selbst kühle Rechner in ihren Bann: Bereits 1836 wurde mit dem Ankauf des Drachenfels durch den preußischen Staat zum ersten Mal der Schutz der bestehenden Natur gegenüber einer ökonomischen Nutzung durchgesetzt. Und schon 1922 wird das Siebengebirge als eines der ersten Naturareale überhaupt unter Naturschutz gestellt.

Auf dem Abstieg vom Drachenfels ging es dann an der Höhle vorbei, in der einst der sagenhafte Drache hauste, der laut Nibelungensage von Siegfried getötet wurde. Der Sage nach hatten die Bewohner des Rheintals Angst vor diesem Drachen und da sie ihm schutzlos ausgeliefert waren, ehrten sie das Untier, indem sie ihm jedes Jahr eine Jungfrau zum Opfer preisgaben. Eines Tages kam ein junger Held namens Siegfried den Rhein heraufgeritten, der den Drachen aus seiner Höhle vertrieb und tötete. Durch ein Bad in dessen Blut soll der junge Recke dann Unverwundbarkeit erlangt haben. Durch den Genuss von nur einem Tropfen Drachenblutes soll Siegfries außerdem die Sprache der Vögel verstehen gelernt haben.  Heute beherbergt die Nibelungenhalle einen Reptilienzoo und ist wohl mehr Touristen-Hölle als Drachenhöhle.

Ganz ohne das anstrengende Drachentöten kam auch das Kollegium in den Genuss des Drachenblutes: Im alten Fährhaus, malerisch am Rhein gelegen, konnte ein Rotwein mit namens „Drachenblut“ konsumiert werden. Ob sich eine Wirkung wie bei Siegfried einstellte, ist noch nicht ganz klar…

 

 

Autor: Schulte

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